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Digitale Union

“Für ältere Menschen zählt vor allem ein langes, selbstbestimmtes Leben”

Wer kennt es nicht: Die Großeltern oder die Eltern fragen, wie man einen Computer, Smartphone oder Tablet bedient. Und wahrscheinlich kennen viele auch den Generationenkonflikt, der dabei entsteht. Selbst ist man mit den Geräten aufgewachsen, der Umgang ist in Fleisch und Blut übergegangen – und häufig kann man sich gar nicht in den Gegenüber hineinversetzen und seine Schwierigkeiten verstehen, weil der Ausgangspunkt ein völlig anderer ist. Was entsteht? Frust auf beiden Seiten. Christin Wauer hat auf ihrer Website digitalegrosseltern.de nun ein Konzept entwickelt, das Abhilfe schaffen soll.

Welche Erfahrungen hast Du mit TeilnehmerInnen Deines Programms gemacht? Was sind häufige Ängste und Schwierigkeiten?

„Mit meinem Online-Programm unterstütze ich AnfängerInnen und SeniorInnen im Umgang mit ihren Geräten. Wir erarbeiten uns hier Schritt für Schritt über acht Wochen kleine Themen rund um die Digitalisierung. Ich erlebe die Menschen als sehr aufgeschlossen, neugierig und sehr dankbar, dass sich jemand für sie Zeit nimmt. Die meisten Menschen, die ich bisher begleitet habe, haben nicht unbedingt Angst vor der Technik, sondern vor Betrug im Internet. Angst vor Kostenfallen und die Vielzahl an Möglichkeiten überfordert hier viele. Hier ist vor allem Aufklärungsarbeit nötig und einfache Tipps, wie sie sich vor diesen Internet-Betrügern schützen können.“

Inwiefern schätzt Du die heutigen technologischen Geräte als ausreichend senioren- bzw. anfängerkonform ein?

„Die meisten Geräte kann man mittlerweile (z.B. mit Hilfe von Bedienungshilfen) sehr gut an die individuellen Bedürfnisse von SeniorInnen oder auch AnfängerInnen anpassen. Ich finde, hier ist in den letzten Jahren viel passiert. Ich persönlich bin kein großer Freund von speziellen Senioren-Geräten, da hier meist die Angehörigen bei Problemen nicht weiterhelfen können. Hier sollte man immer vorher ein paar unterschiedliche Geräte gemeinsam mit dem Senior testen. Wichtig ist es vor allem auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen.“

 

Im Jahr 2020 besaßen mehr als die Hälfte der über 70-Jährigen in Deutschland ein Smartphone (Statista, 2021), 2016 waren es lediglich 14%.

„Ich denke, das liegt vor allem daran, dass es kein Trend mehr ist. Die Technik ist mittlerweile ein großer Bestandteil unseres Alltags geworden. Anfängliche Skepsis hat sich gelegt und der Mehrwert der Geräte überwiegt. Familie und Freunde zeigen uns dabei oft, welche Möglichkeiten uns jetzt zur Verfügung stehen. Wer sich vor Smartphone & Co. verschließt, verliert dabei schnell den Anschluss. Für ältere Menschen zählt vor allem ein langes, selbstbestimmtes Leben. Dabei können natürlich Smartphone und Co. wunderbar unterstützen. Außerdem kann man die heutigen über 70-Jährigen nicht mehr mit vergangenen Generationen vergleichen. Ich freue mich über so einen großen Anstieg und hoffe, dass wir in der Zukunft noch mehr Menschen vom Smartphone oder Tablet überzeugen können.“

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