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Digitale Union

“Ältere Menschen müssten besser an das Thema [Digitalisierung] herangeführt werden.”

Digitale Lösungen in der Pflege – das hört sich erst einmal kontrovers an. Liska Fritzsche ist Assistenz der Geschäftsführung beim Calando Pflegedienst und erklärt uns, wie auch der Bereich der Pflege digitalisiert werden kann. Fritzsche spricht über Vorteile und Herausforderungen digitaler Pflege und präsentiert zudem das Konzept, mit dem digitale Pflege beim Calando Pflegedienst umgesetzt wird. 

Wie setzt ihr beim Calando Pflegedienst konkret das Konzept der digitalen Pflege um?

Wir arbeiten daran, immer mehr Prozesse in der Pflege zu digitalisieren. Das betrifft natürlich nicht die Pflege am Menschen direkt, sondern die gesamte Dokumentation und den Verwaltungsaufwand, welcher hinter der Pflege steckt.

Was wirklich gut läuft, sind die Prozesse vor Ort. Die Mitarbeiter starten per Handy den Einsatz, sobald sie beim Klienten sind. Nach der eigentlichen Pflege und Betreuung, klickt der Mitarbeiter an, welche der geplanten Leistungen er tatsächlich durchgeführt hat und welche er eventuell nicht erledigt oder zusätzlich erledigt hat. Das ist hilfreich für die Abrechung der Leistungen für den Klienten, außerdem wird durch das Starten und Beenden der Einsätze auch gleich die Arbeitszeit des Mitarbeiters digital erfasst.
Des Weiteren ist es möglich, Werte wie Blutzucker, Blutdruck, Gewicht oder Berichte direkt im Handy zu erfassen. Dadurch ist eine schnelle Kommunikation möglich, im Büro kann etwa schon Kontakt zum Arzt aufgenommen werden und diesem können auch direkt die aktuellen Werte weitergeleitet werden.
Leider stecken noch viele Prozesse analog fest. So ist es derzeit zum Beispiel noch nicht möglich, eine Verordnung vom Arzt digital zu erhalten, oder diese auch digital weiterzusenden. Der Aufwand ist sehr groß von der Abholung beim Arzt, über die Unterschrift beim Klienten bis hin zum Weitersenden an die Kasse, um dann schlussendlich eine Antwort per Brief zu erhalten.
Auch andere Prozesse können und müssen digitalisiert werden, aber wir sind zuversichtlich, das dies in naher Zukunft geschieht.

 

Welche Erfahrungen hast Du mit der Medienkompetenz von älteren und pflegebedürftigen Menschen gemacht? Welche Herausforderungen müssen hier überwunden werden?

“Das ist sehr unterschiedlich. Viele ältere Menschen beschäftigen sich mit digitalen Medien und eignen sich Wissen an. Aber viele wollen davon auch gar nichts wissen. Dieser Bereich verändert sich so schnell und teilweise auch komplex, dass die älteren Menschen einfach nicht mehr mithalten können.

Was gut funktioniert sind einfache, intuitiv steuerbare Dinge. Unkomplizierte Apps oder Tische zur Aktivierung mit Touchscreen. Ältere Menschen müssten besser an das Thema herangeführt werden. Wenn die ersten Berührungsängste überwunden sind, entdecken sie schnell die Vorteile der Technik.
Wovon pflegebedürftige Menschen auf jeden Fall profitieren sind die schnellen, unkomplizierten Wege, wenn wie bereits beschrieben, Werte digital an den Arzt gesandt werden.”

 

Welche Vorteile siehst Du bei der digitale Pflege gegenüber “traditioneller” Pflege?
“Ein großer Vorteil ist auf jeden Fall die Zeitersparnis. Denn die Zeit, die wir bei der Dokumentation einsparen kommt den Klienten zu gute. Die Mitarbeiter können zum Beispiel einen Pflegebericht schnell in das Telefon einsprechen und speichern und müssen nich erste lange handschriftlich alles notieren. Auch Wunden können fotografiert und unkompliziert ein Protokoll erstellt werden.
Ein weiterer Vorteil ist natürlich die Schonung der Umwelt. Wir sparen mit der Digitalisierung unwahrscheinlich viel Geld und Ressourcen ein.

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